Leerverkauf in der Kryptowelt: Wie geht das eigentlich?

Bitvavo
Bitvavo16. Jan. 2026

Der sog. Leerverkauf ist eine Handelsstrategie, bei der man einen Betrag in einer Kryptowährung leiht, diesen zum aktuellen Preis verkauft und später wieder zu einem geringeren Preis zurückkauft. Die Rendite entsteht durch die Differenz zwischen Kauf und anschließendem Verkauf.

Anders formuliert: Während die meisten Trader auf steigende Krypto-Preise setzen, ist es beim Leerverkauf genau umgekehrt: Da hofft man auf fallende Preise für Rendite.

In diesem Guide erklären wir dir, wie Leerverkäufe genau funktionieren, warum Trader darauf setzen und worauf du achten solltest, bevor du damit loslegst.

Was sind Leerverkäufe?

Mit Leerverkäufen machst du Rendite, wenn der Kurs einer Kryptowährung fällt. Hier einmal Schritt für Schritt erklärt:

  1. Leihen: Du leihst einen gewissen Betrag in einer Kryptowährung (beispielsweise Bitcoin) über eine Börse.
  2. Verkauf: Du verkaufst den geliehenen Betrag der Kryptowährung sofort zum aktuellen Marktpreis.
  3. Warten: Wenn der Preis fällt, kannst du den Betrag zu einem günstigeren Kurs zurückkaufen.
  4. Rückgabe: Du gibst den geliehenen Betrag zurück.
  5. Differenz behalten: Die Rendite ist die Differenz zwischen deinem Verkaufspreis und deinem Rückkaufpreis (abzüglich Gebühren). 
  6. Wenn der Preis aber steigt, musst du den Betrag zu einem höheren Preis zurückkaufen und machst damit einen Verlust. 

Im Grunde genommen verkauft man zu einem höheren Preis und kauft später zu einem geringeren Preis (im Idealfall) zurück.

Eine einfache Analogie

Nehmen wir an, ein Freund leiht dir eine Luxusuhr im Wert von 1.000 €. Du verkaufst sie sofort zum aktuellen Marktpreis. Eine Woche später kostet die gleiche Uhr 800 €. Du kaufst sie dann zurück und überreichst sie wieder deinem Freund.

Du hast damit 200 € Gewinn durch einen Preisfall gemacht. Das ist die Idee hinter Leerverkäufen – aber eben mit Kryptowährungen anstatt mit Uhren.

Warum nutzen Trader Leerverkäufe?

Bei Leerverkäufen wettet man nicht einfach gegen den Markt – man hat damit ein praktisches Werkzeug für Risikomanagement und die Schaffung einer Balance. Trader haben damit folgende Möglichkeiten:

  • Über Konjunkturzyklen hinweg traden: Während herkömmliche Strategien von steigenden Kursen abhängig sind, kann man mit Leerverkäufen auch von sinkenden Kursen profitieren.
  • Absicherung gegen Risiken fallender Kurse: Den Wert eines größeren Portfolios schützen, wenn Kurse fallen.
  • Ausgewogene Risikoexponierung: Volatilität ausgleichen, indem korrelierte Kryptowährungen leerverkauft werden.

Durch Leerverkäufe bekommen Trader mehr Flexibilität – egal ob Bullen- oder Bärenmarkt.

So funktionieren Leerverkäufe in der Kryptowelt

Das passiert im Hintergrund, wenn du eine Short-Position eröffnest:

  • Du verwendest Euro als Sicherheiten. Das dient als Sicherheitspuffer, um sicherzustellen, dass du geliehene Kryptowährungen zurückkaufen kannst, falls der Preis steigt, anstatt zu fallen.
  • Du leihst Kryptowährung, die du leerverkaufen willst.
  • Du verkaufst diese auf der Börse zum aktuellen Marktpreis.
  • Wenn der Preis fällt, kaufst du den Betrag wieder und gibst die Kryptowährung zurück. Die Differenz ist dann dein Profit.
  • Wenn der Preis steigt, musst du den Betrag zu einem höheren Kurs zurückkaufen und dafür deine Sicherheiten (zum Teil) einsetzen. Dann hast du Verlust gemacht.

Was ist der Gesundheitsfaktor?

Dein Gesundheitsfaktor zeigt, wie sicher deine offene Short-Position ist. Dieser berücksichtigt deine Sicherheiten im Vergleich zu deinen potenziellen Verlusten.

  • Ein hoher Gesundheitsfaktor bedeutet, dass deine Position gut abgesichert ist.
  • Ein niedriger Gesundheitsfaktor bedeutet, dass deine Position ein Liquidationsrisiko hat.

Wenn sich diese der Liquidationsschwelle nähert, wird deine Position automatisch geschlossen, um weitere Verluste zu vermeiden.

Beispiel: ein Leerverkauf von Bitcoin zu 100.000 €

Angenommen, du erwartest, dass der Bitcoin-Kurs von 100.000 € fällt.

  1. Du setzt 1.000 € als Sicherheit ein, um eine Short-Position zu eröffnen.
  2. Die Börse leiht dir 0,01 BTC, die du für 100.000 € = 1.000 € verkaufst.
  3. Später sinkt der Preis auf 90.000 €
  4. Du kaufst die gleichen 0,01 BTC für 900 € zurück.

(Beachte, dass dabei Gebühren für den Handel und das Ausleihen der Kryptowährungen anfallen können.)

Dein Bruttogewinn beträgt 100 € (vor Gebühren). Nach Abzug der Handels- und Leihgebühren ist dein Nettogewinn etwas geringer, aber noch immer positiv, weil der Kurs gefallen ist.

Wenn der Bitcoin-Kurs stattdessen auf 110.000 € steigt, musst du den Betrag mit einem Verlust (1.100 €) zurückkaufen, und deine Sicherheiten in Höhe von 1.000 € oder ein Teil davon würden zur Deckung dieses Verlusts verwendet werden.

Welche Risiken spielen da eine Rolle?

Leerverkäufe können ein höheres Risiko haben als reguläre Verkäufe. Wenn du Kryptowährungen kaufst, ist dein maximaler Verlust deine ursprüngliche Investition. Bei Leerverkäufen von Kryptowährungen können sich Verluste anhäufen, wenn der Kurs stark ansteigt.

Das solltest du beachten:

  • Wenn sich der Markt gegen dich entwickelt, verlierst du möglicherweise deine gesamten Sicherheiten.
  • Die Liquidation kann automatisch erfolgen, um die Verluste überschaubar zu halten. Es kann eine Liquidationsgebühr anfallen.

Warnung: Leerverkäufe gehen nicht ohne Risiken einher. Stelle immer sicher, dass du verstehst, wie das Ganze funktioniert, und handle nur mit Beträgen, deren potenziellen Verlust du dir leisten kannst.

Leerverkäufe können für Trader sehr attraktiv sein, da man sich fallende Kurse zunutze machen und Risiken proaktiver selbst in die Hand nehmen kann. Das Ganze ist aber auch komplexer und höhere potenzielle Verluste gehen damit einher. Bevor du dich daran wagst, stelle bitte sicher, dass du die Funktionsmechanismen verstehst – vom Leihen und den Sicherheiten bis hin zu Gebühren und Liquidation. Fange am besten klein an und mache dich schrittweise damit vertraut

Bitvavo B.V.

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