Korrektur oder Wendepunkt für Anleger?

Bitvavo
Bitvavo24. Nov. 2025

Der Kursrückgang der letzten Woche kommt wie eine kalte Dusche: Bitcoin ist um mehr als 35 % unter seinen Höchststand gefallen. War dies nur ein Zwischentief in einem Bullenmarkt oder beginnt hier ein neuer Abwärtstrend? Während diese Frage über dem Markt schwebt, dringt Bitcoin still und leise in die Welt der Kommunalanleihen, Universitäten und Banken vor. Mehr zu diesem und weiteren Themen liest du in den neuesten Market News.

Markt-Update

In der vergangenen Woche sind die Krypto-Kurse weiter gefallen. Bitcoin fiel am Freitag auf 70.000 €: 15 % tiefer als eine Woche zuvor und 35 % tiefer als auf dem Höchststand von 107.500 € am 6. Oktober.

Ist das nur eine Korrektur in einem Bullenmarkt oder der Beginn eines neuen Bärenmarktes? Diese Frage beschäftigt den Markt. Einige Anleger verkaufen, weil sie glauben, dass der Höhepunkt des Bullenmarktes hinter uns liegt. Andere erwarten eine Fortsetzung des Bullenmarktes mit noch höheren Kursen.

Auch in Bärenmärkten gibt es Phasen des Anstiegs. In jedem Trend gibt es gegenläufige Bewegungen. Im Bullenmarkt nennen wir das eine Korrektur (nach unten). Im Bärenmarkt ist es eine Erholungsrallye oder eine Gegenbewegung (nach oben). 

Gut möglich, dass wir bald in eine neue Phase des Aufschwungs eintreten. Das wird uns viele Informationen liefern. Ein Anstieg über 107.500 € bedeutet, dass der Bullenmarkt intakt ist: Wir haben dann ein höheres Hoch (HH) auf dem Wochenchart, was auf einen Aufwärtstrend hindeutet, während LH für Lower High (niedrigeres Hoch) steht und auf einen Abwärtstrend hindeutet.

Im Fokus

Ein neuer Markt für Bitcoin

Diese Woche gab es eine Meldung, die man leicht als „wieder so eine Krypto-Sache“ abtun könnte. Der US-Bundesstaat New Hampshire hat die erste sogenannte Bitcoin-gestützte Kommunalanleihe genehmigt. In der Finanzwelt heißt eine solche Anleihe „Municipal Bond“ oder kurz: Muni Bond.

Hinter dieser Schlagzeile steckt ein größerer Schritt, als die Nachricht zunächst vermuten lässt. Nicht, weil plötzlich Bitcoin mit öffentlichen Geldern gekauft würde – das ist nämlich nicht der Fall. Relevant ist vielmehr der Ort, an dem dies geschieht: Es geschieht mitten in der ordentlichsten, risikoscheuesten Ecke des US-Kapitalmarkts.

Die Anleihe wird nicht vom Staat selbst ausgegeben, sondern über die Business Finance Authority. Das ist eine Art Behörde, die Unternehmen Zugang zum Markt für Kommunalanleihen verschafft. Und das ist eine Welt mit ihren eigenen Sitten und Gebräuchen. Der Muni-Markt ist die Hochburg von Pensionsfonds und Versicherern – Investoren, die keine Überraschungen mögen. Die Regeln sind streng, die Risiken minimal. Sicherheiten werden selten verwendet. Die meisten Kommunalanleihen basieren einfach auf den lokalen Steuereinnahmen oder den Einnahmen des finanzierten Projekts. Denkst du etwa an den Bau eines Krankenhauses oder einer Mautbrücke.

Eine Anleihe mit harten Sicherheiten – echten, liquiden Sicherheiten – passt eigentlich nicht zu diesem Konzept. Ganz zu schweigen von Sicherheiten, die von vielen als spekulative Anlage angesehen werden. Genau das passiert jedoch gerade. Ein Unternehmen möchte sich 100 Mio. $ leihen und hinterlegt dafür 160 % dieses Betrags in Bitcoin bei BitGo. Wenn die Deckung auf 130 % sinkt, wird ein automatischer Liquidationsmechanismus ausgelöst. So gehen Anleihe-Gläubiger und Staat kein Risiko ein.

Aber warum sollte ein Unternehmen dies tun? Dafür gibt es zwei Gründe: Erstens möchte ein solcher Investor seine Bitcoins nicht verlieren. Er glaubt nämlich, dass die Bitcoin-Bestände langfristig an Wert gewinnen werden. Darüber hinaus sind die Marktzinsen für Kommunalanleihen relativ niedrig. Alles in allem ist das ein attraktives Szenario: günstig Dollar einkaufen, weiterhin auf Bitcoin setzen und die Steuern vermeiden, die beim Verkauf von Bitcoin anfallen.

Wie bereits erwähnt, liegt die eigentliche Neuigkeit nicht in BTC als Sicherheit; Kredite gegen Bitcoin waren auf dem privaten Markt schon seit Jahren möglich. Die Neuigkeit liegt im Ort des Geschehens. Bitcoin wird in einem Marktsegment zugelassen, das normalerweise für neue Arten von Vermögenswerten hermetisch verschlossen bleibt. Ein Markt, auf dem Risiken mit chirurgischer Präzision abgewogen werden und nur Vermögenswerte zugelassen werden, die als institutionell „geeignet“ gelten.

New Hampshire hat also nicht einfach eine Anleihe genehmigt. Es hat ein Schleusentor geöffnet. Es ist ein kleiner, aber bedeutender Zugang zu einem Kapitalmarkt, durch den täglich Milliarden fließen.

Weitere Nachrichten

  • Harvard macht IBIT zu seiner größten Börsenposition. Neue Dokumente zeigen, dass der Bitcoin-Fonds von BlackRock nun die größte Position im Stiftungsvermögen der Harvard-Universität ist. Das ist ein bemerkenswertes Signal, denn die Institution ist bekannt dafür, vorsichtig und allergisch gegenüber ETFs zu sein. Bitcoin hat nun auch von den konservativsten Vermögensverwaltern ein Gütesiegel erhalten.

  • Auch BlackRock möchte Ether zu einem produktiven Vermögenswert machen. Der Vermögensriese hat in Delaware einen Trust mit dem Namen iShares Staked Ethereum registriert. Das ist ein klarer Vorbote eines neuen Fonds, der Staking-Erträge an die Anteilseigner weitergeben wird. Diese Registrierung ist lediglich ein Verfahrensschritt; formell wurde der Fonds noch nicht bei der Aufsichtsbehörde beantragt. Anfang Oktober hatte der Fondsmanager VanEck einen ähnlichen Schritt gewagt.

  • OCC genehmigt Banken On-Chain-Transaktionen. Ein neues Memo zeigt, dass amerikanische Banken offiziell Kryptowährungen halten dürfen, um Netzwerkgebühren zu bezahlen. Das klingt vielleicht nicht nach einer großen Neuigkeit, aber es ist eine deutliche Kursänderung: Banken erhalten Unterstützung für die Nutzung von Blockchain-Rails, beispielsweise für Abwicklungen und Zahlungsverkehr. Die US-Regierung bewegt sich von „Seien Sie vorsichtig“ zu „Integrieren Sie es einfach“: ein stiller, aber wichtiger Schritt in Richtung institutioneller Akzeptanz.

  • Die Aufsichtsbehörde SEC schlägt leisere Töne an. Unter dem Vorsitz von Paul Atkins ist die Zahl der Rechtsstreitigkeiten im Zusammenhang mit Kryptowährungen in diesem Jahr um etwa 30 % zurückgegangen. Der Ton verschiebt sich vom aggressiven Auftreten hin zum klar geregelten Dialog. Die Betrugsbekämpfung hat weiter Priorität, doch die Angst vor plötzlichen rechtlichen Schritten nimmt ab. Das Ergebnis: Eine Branche, die wieder furchtlos nach vorne schaut.

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