Bitcoin-Kurs verzeichnet Rückgang
Letzte Woche fiel der Bitcoin-Kurs unter mehrere wichtige Durchschnittswerte. Für einige Anleger war dies ein Signal, Gewinne mitzunehmen. Ist ein Bärenmarkt jetzt unausweichlich? Lies dazu mehr in diesen Market News. Wir berichten außerdem über das Ende des Shutdowns der US-Regierung.
Markt-Update
Der Bitcoin-Kurs fiel letzte Woche um 11 % von 91.000 € auf 81.000 €. Erstmals seit dem ersten Quartal 2023 lag der Wochenschlusskurs unter dem gleitenden Durchschnitt, der historisch gesehen als nützliche Trennlinie zwischen Bullen- und Bärenmärkten diente.
Anleger verwenden hierfür häufig einen Durchschnitt von etwa einem Jahr. Die 50-, 52- und 55-Wochen-Durchschnitte kommen dabei oft in Wochencharts zum Einsatz. Schließt der Kurs unterhalb dieser Werte, steigt die Wahrscheinlichkeit, dass der Aufwärtstrend im Wochenchart – also der Bullenmarkt – beendet ist.
Ein Teil des Verkaufsdrucks der letzten Tage lässt sich darauf zurückführen, dass Anleger aufgrund dieses Signals Gewinne realisierten. Verglichen mit dem Niveau von 16.000 € im November und Dezember 2022 liegt Bitcoin immer noch über 400 % im Plus.
Es ist nicht so, dass nun zwangsläufig ein tiefer Bärenmarkt bevorsteht. Es könnte gut sein, dass der Bullenmarkt von hier aus einfach weitergeht – möglicherweise nach einer längeren Konsolidierungsphase unterhalb von 100.000 €. Ein Argument dafür sind die makroökonomischen Rahmenbedingungen, die derzeit deutlich stärker sind als Anfang 2022 zu Beginn des letzten Bärenmarkts.
Im Fokus
Kryptomärkte nach Ende des US-Shutdowns erneut in Bewegung
Der US-Senat hat letzte Woche eine Einigung erzielt, um den längsten Shutdown der US-Regierung der Geschichte zu beenden. Nachdem nun auch das Repräsentantenhaus zugestimmt hat, kann die Regierung ihre Arbeit wieder aufnehmen. Das verabschiedete Gesetz sichert die Finanzierung der Bundesregierung bis Ende Januar: „Mit meiner Unterschrift wird die Bundesverwaltung nun wieder ihre normale Arbeit aufnehmen“, sagte Trump bei der Unterzeichnung des Gesetzes.
Für den Kryptomarkt bedeutet dies, dass die Hindernisse im Zusammenhang mit Aufsicht, Zulassung von Anlageprodukten und neuen Gesetzen schrittweise beseitigt werden. Hoffentlich werden mit neuem Elan Fortschritte bei wichtigen Themen erzielt, die seit Monaten auf Eis liegen.
Nehmen wir zum Beispiel die SEC. Dort will Vorsitzender Paul Atkins seine innovation exemption wiederbeleben: Dahinter verbirgt sich eine befristete Ausnahmeregelung, die Unternehmen die Freiheit gibt, mit Kryptowährungen zu experimentieren, ohne sich sofort durch ein juristisches Minenfeld kämpfen zu müssen. Solange Washington im Shutdown war, blieb es bei bloßen Ankündigungen. Nun kann diese Regelung Realität werden – idealerweise noch vor Jahresende.
Nach dem Ende des Shutdowns entstehen auch neue Krypto-Produkte, darunter die lang erwartete Welle neuer Spot-ETFs. Den Anfang machte XRP. Der Fonds von Canary Capital startete Ende letzter Woche und erzielte einen Rekordwert. Angesichts des jahrelangen Kampfes zwischen der SEC und Ripple ist dies ein bedeutender symbolischer Sieg. Und vor allem ist es ein Zeichen dafür, dass die Regulierungsbehörde einen neuen Kurs einschlägt: weniger Verbote, mehr Zulassungen.
Auf der anderen Seite, bei der CFTC, bedeutet die Wiedereröffnung, dass die Ernennung von Mike Selig endlich vollzogen werden kann. Er gilt als pragmatischer Regulierungsbeamter, der Kryptowährungen nicht ausbremsen, sondern in bestehende Märkte integrieren will. Seine Nominierung zum Vorsitzenden der US-amerikanischen Commodity Futures Trading Commission könnte den Weg für klarere Regeln im Bereich Derivate und Spotmärkte ebnen – genau die Klarheit, die institutionelle Anleger fordern.
Das Ende des Shutdowns der US-Regierung wird also nicht alles über Nacht verändern. Doch es bringt wieder Bewegung in die amerikanische Kryptopolitik. Regulierungsbehörden können wieder die Richtung vorgeben, politische Entscheidungsträger können wieder Gesetze erlassen und Marktteilnehmer können wieder planen. Zumindest bis Ende Januar, denn dann dürfte das ganze Geschehen von vorne beginnen.
Weitere Neuigkeiten
- Die USA geben Kryptofonds grünes Licht für das Staking. Finanzminister Scott Bessent hat dies am Montag bekannt gegeben. Fonds können ihre erworbenen Vermögenswerte für das Staking sperren, sofern sie nur eine Kryptowährung halten, einen qualifizierten Verwahrer nutzen und Anlegern jederzeit einen Ausstieg ermöglichen. Dies schafft wichtige Klarheit für ETF-Emittenten: Staking ist nun offiziell als legitime und steuerlich absetzbare Renditequelle anerkannt.
- Michael Saylor dementiert Gerüchte über einen angeblichen Verkauf von Strategy. In den sozialen Medien kursierten Gerüchte, Strategy habe einen Teil seiner Bitcoin-Reserven liquidiert, angeblich fast 47.000 BTC. Saylor beteuert, dass daran nichts Wahres sei. Um seine Aussage zu bekräftigen, trat der CEO von Strategy bei CNBC auf, um seine Vorgehensweise zu erläutern. Er erklärte, die Akquisitionen seines Unternehmens hätten sich sogar beschleunigt. Weitere Informationen dazu werden am Montag erwartet.
- Der XRP-ETF von Canary (XRPC) hat einen fulminanten Start hingelegt. Der Fonds wurde am 13. November aufgelegt und verzeichnete am ersten Tag ein Handelsvolumen von über 58 Millionen US-Dollar. Laut Bloomberg-Analyst Eric Balchunas ist dies der stärkste Start eines ETF-Launches im Jahr 2025. Damit überholt der Fonds den Spitzenplatz vom Solana-Fonds von Bitwise, der im Oktober einen Rekord aufgestellt hatte. Der Start von XRPC fiel zeitlich mit Abflüssen von über einer Milliarde US-Dollar aus Bitcoin- und Ether-Fonds zusammen.
- Die tschechische Zentralbank experimentiert mit Bitcoin-Käufen. Die Česká národní banka investierte rund eine Million US-Dollar in ein Testportfolio aus Bitcoin und Stablecoins. Dies geschieht außerhalb ihrer offiziellen Reserven und dient als Lernprozess für den Umgang mit Kryptowährungen. Einige Analysten sehen darin ein bemerkenswertes Zeichen: Selbst Zentralbanken interessieren sich nun dafür, wie man Bitcoin verwaltet.
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