Wichtiger Wochenabschluss liegt hinter uns
Was, wenn der Markt ins Wanken gerät, aber die Fundamentaldaten standhalten? Während ein Warnsignal nach dem anderen auf Rot sprang, zeichneten sich gleichzeitig die Konturen eines Wandels ab in Kursdiagrammen, in Washington und im weltweiten Geschehen. Diese Ausgabe der Market News liefert zahlreiche Hinweise darauf, dass mehr im Gange ist, als es auf den ersten Blick scheint.
Markt-Update
Auf dem Kryptomarkt endet die Woche an der Grenze zwischen Sonntag und Montag in der UTC-Zeitzone. Dann wird die Wochenkerze im Chart endgültig abgeschlossen, und die Werte der Indikatoren auf dem Wochenchart werden berechnet. Einige Anleger, Analysten und Algorithmen nutzen diesen Moment als Signal, weil die geringe Frequenz – nur einmal pro Woche – das Marktrauschen herausfiltert.
Dieses Mal war der Wochenschluss ein spannender Moment. Im Verlauf der vergangenen Woche war der Kurs unter 100.000 $ gefallen. Das liegt unter dem dominanten Durchschnitt, der in der Vergangenheit eine verlässliche Trennlinie zwischen Bullen- und Bärenmärkten darstellte. Ein Wochenschluss darunter wäre ein Hinweis darauf gewesen, dass wir den Höhepunkt des Vierjahreszyklus bereits erreicht haben.
Der Wochenschluss lag jedoch darüber. Das ist ein vorsichtiges Argument dafür, dass wir uns nicht am Beginn eines Bärenmarktes befinden, sondern einen Boden im Wochenchart gebildet haben – ähnlich wie im April dieses Jahres und im September des Vorjahres. Sollte dieser Vergleich zutreffen, könnten wir in den kommenden Monaten eine Phase steigender Kurse erwarten.
Im Fokus
Bitcoin kennt keinen Shutdown
In der vergangenen Woche waren aus Washington bemerkenswerte Worte zu hören. Zuerst von Präsident Donald Trump, der in Miami erklärte, er wolle aus Amerika die „Bitcoin-Supermacht“ machen. Kurz darauf meldete sich sein Finanzminister Scott Bessent zu Wort und schrieb: „Bitcoin never shuts down.“
Zwei Sätze, zwei Welten.
Trump sprach in großen Worten vom „Ende des Kriegs gegen Krypto“. Seiner Ansicht nach helfe Bitcoin sogar dem Dollar. Es klang ehrgeizig, blieb jedoch vage: keine Pläne, keine Zahlen, nur politische Bravour.
Dennoch passte das zu seiner übergeordneten Strategie. Unter Trump wurde in diesem Jahr eine U.S. Strategic Bitcoin Reserve gegründet, die mit beschlagnahmten Coins gefüllt werden soll. Mit dem GENIUS Act erhielten die USA außerdem endlich einen rechtlichen Rahmen für Stablecoins. Trumps Team stellte sich zudem gegen einen digitalen Dollar. Krypto als Verbündeter, nicht als Bedrohung – das ist die neue Devise.
Scott Bessent schlug einen anderen Ton an. Am 31. Oktober, dem Jahrestag des Bitcoin-Whitepapers, veröffentlichte er eine kurze Nachricht auf X:
„Seventeen years later, the Bitcoin network is still running, more resilient than ever. Bitcoin never shuts down.“
Diese Worte fielen während des längsten Shutdowns in der amerikanischen Geschichte. Viele Regierungsdienste stehen still, Beamte wurden massenhaft entlassen, und die Politik ist blockiert. Während Washington im Shutdown ist, funktioniert Bitcoin weiter.
Bessents Tweet war ein Seitenhieb auf den Kongress, aber auch die Anerkennung von etwas, das über Parteigrenzen hinausgeht. Bitcoin kennt keine Shutdowns, keine Parteigrenzen, keine Bürokratie. Das Netzwerk funktioniert weiter, ob die Regierung arbeitet oder nicht.
Das gilt auch für Polymarket, eine Blockchain-Plattform, auf der man auf alle möglichen Ereignisse wetten kann. Ein reger Markt: „Wann wird der Shutdown beendet?“ Den Markterwartungen zufolge wird er vor dem 15. November enden. Das scheint naheliegend, da es inzwischen auch in Washington konkrete Anzeichen für eine Einigung gibt.
Zwei Politiker, eine Woche, zwei unterschiedliche Ansichten zu Bitcoin. Trump sieht darin ein Aushängeschild, einen neuen Stern am amerikanischen Firmament. Bessent sieht es als Spiegel, als ein System, das weiter funktioniert, selbst wenn um einen herum alles stillsteht. Und während Washington sich langsam wieder öffnet, macht Bitcoin das, was es immer tut: Es läuft weiter.
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