Krypto-Markt am Wendepunkt
Die Unsicherheit über die US-Wirtschaftspolitik dämpft die Risikofreude an den Finanzmärkten, und das spürt auch der Krypto-Markt. In unseren heutigen Marktnachrichten werfen wir außerdem einen Blick auf GameStops Plan, Bitcoin im Wert von mehreren Milliarden Dollar zu kaufen. Könnte das die Wende bringen?
Markt Update
Laut Economic Policy Uncertainty Index war die Ungewissheit über die US-Wirtschaftspolitik nicht einmal während der Corona-Pandemie so groß wie heute. Eine Folge davon ist die abnehmende Risikobereitschaft der Anleger. Aktien sind unter Druck, und auch der Krypto-Markt hat zu kämpfen.
Die Grafik zeigt den Gesamtmarktwert des Krypto-Marktes in Billionen $. Der Zähler steht aktuell bei 2,6 Billionen $, rund 30 % weniger als der Höchststand von 3,7 Billionen $ im Dezember und Januar. Wer rund um den niedrigsten historischen Stand 2022 eingestiegen ist, hat aber selbst jetzt noch einen satten Gewinn von 240 %.
Innerhalb des Krypto-Marktes sind die Unterschiede enorm. Viele Altcoins liegen weit unter ihrem Höchststand. Bitcoin zieht dabei den Durchschnitt nach oben. Mit 75.000 € liegt der Coin mit dem größten Marktwert immer noch deutlich über dem Tiefpunkt dieser Korrektur (70.500 €), dem Höchststand vom März letzten Jahres (67.500 €) und dem Höchststand des letzten Bullenmarktes 2021 (59.700 €).
Diese Woche steht der Krypto-Markt an einem Wendepunkt. Landen wir zum ersten Mal seit März 2023 wieder unter dem 52-Wochen-Durchschnitt? In der Vergangenheit bildete dies eine Trennlinie zwischen Bullen- und Bärenmärkten. Im Hinblick auf die kommenden Monate wäre es ein Zeichen anhaltender Schwäche.
Im Fokus
GameStop erwägt Investition in Bitcoin
GameStop hat Bitcoin in seine Finanzstrategie aufgenommen. Dabei werden nicht nur die vorhandenen Barreserven genutzt, sondern auch neues Kapital über Wandelanleihen im Wert von 1,3 Mrd. $ aufgenommen. Ein bemerkenswerter Schritt, wenn man bedenkt, dass GameStop in den vergangenen Jahren regelmäßig im Mittelpunkt von Kursschwankungen und öffentlicher Aufmerksamkeit stand.
Damit scheint das Unternehmen dem Weg von Strategy (vormals MicroStrategy) zu folgen, das den Bitcoin-Kauf seit 2020 als höchstes Ziel sieht. Auch Strategy finanzierte Bitcoin-Käufe zunächst durch eine Kombination aus Eigenkapital, Schulden und Wandelanleihen. Diese Strategie machte das Unternehmen weltweit bekannt. Die Anleger sahen die Aktie daraufhin nicht mehr nur als Software-Wert, sondern auch als Hebel für den Bitcoin-Preis.
Eine ähnliche Überlegung könnte auch bei GameStop im Spiel sein. Nach der Memestock-Rallye 2021, als Reddit-Nutzer die Aktie massiv auf WallStreetBets kauften, gab das Unternehmen zum richtigen Zeitpunkt neue Aktien aus. Dies führte zu einem soliden Barmittelbestand von rund 4 Mrd. USD. Mit der angekündigten Anleiheemission dürften weitere 1,3 Mrd. USD hinzukommen. Wie viel davon in Bitcoin fließen wird, ist noch nicht bekannt. Sollte der gesamte Betrag zum aktuellen Kurs eingesetzt werden, entspräche er etwa 15.000 BTC. Das reicht für einen Platz unter den fünf größten börsennotierten Unternehmen, die Bitcoin in ihren Bilanzen haben – noch vor Tesla.
Strategische Neupositionierung
Die Entscheidung für Bitcoin kann unterschiedlich gelesen werden: als Versuch, trotz hoher Inflation und zunehmender Unsicherheit finanziell flexibel zu bleiben sowie als Schutz gegen die Lockerung der Geldpolitik und als Alternative zu US-Staatsanleihen oder Bargeld.
Andererseits spielt wahrscheinlich auch eine strategische Neupositionierung eine Rolle. GameStop ist schon länger auf der Suche nach einer neuen Identität, will sich vom physischen Gaming-Geschäft hin zu einem Technologie- und Internetunternehmen weiterentwickeln. Die zuvor ins Leben gerufene NFT-Plattform wurde schließlich wieder geschlossen, zeigte aber die künftige Richtung des Unternehmens an. Über Bitcoin scheint sich GameStop wieder mit dem breiteren digitalen Ökosystem zu verbinden – und vielleicht auch mit der Gemeinschaft, die es 2021 ins Gespräch gebracht hat.
Dennoch bleiben die Analysten gespalten. Der Markt scheint nun Vertrauen in die langfristige Vision von Strategy-Mitgründer Michael Saylor zu haben. Doch bei GameStop bleibt abzuwarten, ob es um einen strukturellen Strategiewechsel geht oder darum, die Gunst der Stunde zu nutzen.
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